Zum Inhalt springen

MKL1888:Lotto

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Lotto“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Lotto“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 10 (1888), Seite 929
Mehr zum Thema bei
Wikisource-Logo
Wikisource: [[{{{Wikisource}}}]]
Wiktionary-Logo
Wiktionary: Lotto
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Indexseite
Empfohlene Zitierweise
Lotto. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 10, Seite 929. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Lotto (Version vom 11.01.2025)

[929] Lotto (ital.), s. v. w. Zahlenlotterie (s. Lotterie). Dann ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Jeder Teilnehmer erhält 1–3 Nummerkarten, welche 3 Reihen in der Höhe und 9 in der Breite haben. Auf jeder Breitenreihe befinden sich 5 Zahlen aus der Folge von 1–90, 4 Felder bleiben leer. Einer stehen in der ersten, Zehner in der zweiten, Zwanziger in der dritten Vertikalreihe u. s. f. Die Zahl der Spielteilnehmer ist unbeschränkt, da es der Kombinationen von 5 Zahlen aus 1–90 eine sehr große Menge gibt und demnach außerordentlich viel Karten ausgegeben werden können. Hat jeder seine Karten bekommen und seinen Einsatz geleistet, so zieht ein Ausrufer Täfelchen aus einem Beutel, die auch die Ziffern von 1–90 tragen, und sagt sie an. Jeder, der eine angesagte Zahl auf seiner Karte hat, bedeckt diese Zahl, und wer zuerst eine Quinterne (Breitenreihe) besetzt hat, gewinnt.


Ergänzungen und Nachträge
Band 17 (1890), Seite 539
korrigiert
Indexseite

[539]  Lotto, 1) Lorenzo, ital. Maler, geb. 1476 oder 1477 zu Venedig, bildete sich bei Giovanni Bellini zusammen mit Palma Vecchio, dessen Einfluß er später empfing, schloß sich dann an Giorgione an und nahm auch Eigentümlichkeiten von Leonardo da Vinci und Correggio, namentlich in Bezug auf Behandlung des Helldunkels, in seinen malerischen Stil auf. Er war vor 1504 in Treviso, von 1506 bis 1512 in der Mark Ancona und in Rom, 1513 in Bergamo, 1514 in Venedig, 1515–24 in Bergamo und dann bis gegen 1550 in Venedig thätig. Gegen Ende seines Lebens siedelte er nach Loreto über, wo er von der Casa santa ernährt wurde, der er seine Habe geweiht hatte. Er starb um 1556. L. hat nur religiöse Gemälde, Bildnisse und eine allegorische Darstellung (Sieg der Keuschheit, im Palazzo Rospigliosi in Rom) gemalt. Seine Hauptwerke der erstern Gattung sind: Verlobung der heil. Katharina (München, Pinakothek), Verehrung der Maria (Bergamo, San Bartolommeo), Christi Abschied von seiner Mutter und das Doppelbild der Heiligen Sebastian und Christoph (Berlin, Museum), Apotheose des heil. Nikolaus (Venedig, Carmine), heilige Familie (Florenz, Uffizien), Himmelfahrt Mariä (Ancona, San Domenico). Bildnisse von ihm befinden sich im Berliner Museum, in der Brera zu Mailand, in der Nationalgalerie zu London, in der Madrider Galerie u. a. O.

  2) Isidor, Violinspieler, geb. 22. Dez. 1840 zu Warschau, erhielt seine Ausbildung am Konservatorium zu Paris unter Leitung von Massart (Violine) und Reber (Komposition). Nach längern erfolgreichen Kunstreisen wurde er 1862 zum großherzoglich weimarischen Solospieler ernannt. Seit 1872 ist er als Professor des Violinspiels am Konservatorium zu Straßburg thätig.